Welche Bedingungen bestimmen den richtigen Bezug einer Tiefdruck-Gegendruckwalze?
Eine erste Prüfung lässt sich meist auf sechs Bedingungen eingrenzen. Jede davon verändert einen anderen Teil der Spezifikation.
| Was zu überprüfen ist | Was dadurch beeinflusst wird |
|---|---|
| Substrat — Papier, Folie, Metallfolie, Dekor- oder beschichtetes Material | Anpassungsfähigkeit, Härterichtung, Oberflächengüte, Empfindlichkeit gegenüber Markierungen |
| Arbeitsbreite und Last | Bezugskompression, Walzendurchbiegung, Profil und Druckverteilung |
| Geschwindigkeit und Betriebstemperatur | Wärmeentwicklung, Härtestabilität, Maßverhalten und Haftverbund |
| Farbe und Reinigungsmedien | Quellung, Erweichung, Verhärtung, Oberflächenänderung und Mischungsrichtung |
| ESA-System | Erforderliches elektrisches Verhalten und Zusammenspiel mit dem Ladesystem |
| Zustand der vorhandenen Walze | Welche Teile der bisherigen Spezifikation beibehalten und welche geändert werden sollten |
Bei einem routinemäßigen Nicht-ESA-Ersatz, der bereits zuverlässig gelaufen ist, kann diese Prüfung einfach bleiben. Breitere Walzen, höhere Lasten, anspruchsvolle Lösemittel, ESA-Positionen und Walzen mit wiederholten Ausfällen benötigen mehr Details.
Härte und Bezugsdicke auf das Substrat abstimmen
Papier, Kunststofffolie, Metallfolie und Dekormaterial verhalten sich unter der Gegendruckwalze unterschiedlich. Rauheit, Kompressibilität, Beschichtung und Druckempfindlichkeit bestimmen, wie stark sich der Gummi im Walzenspalt anpassen muss.
Papier weist typischerweise mehr Oberflächenstruktur und lokale Dickenschwankungen auf. Eine geeignete Nachgiebigkeit hilft dem Bezug, diesen kleinen Unterschieden zu folgen, ohne den Kontakt zu verlieren. Glatte Folien oder empfindliche beschichtete Oberflächen zeigen dagegen kleine Erhebungen, grobe Oberflächengüten oder lokale Druckunterschiede wesentlich schneller.
Darum ist die Härte einer Tiefdruck-Gegendruckwalze erst zusammen mit der Bezugsdicke wirklich aussagekräftig. Zwei Walzen mit jeweils 80 Shore A können sich unter Druck unterschiedlich verhalten, wenn eine einen dickeren Bezug oder eine andere Stützkonstruktion hat.
Handelsübliche Tiefdruck-Gegendruckwalzen können in einem breiten Bereich von etwa 70–95 Shore A angeboten werden. Diese Spannweite zeigt, wie unterschiedlich Tiefdruckanwendungen sind; sie ist kein Zielbereich, der pauschal übernommen werden sollte. Für einen routinemäßigen Ersatz ist die bereits erfolgreich eingesetzte vorhandene Walze die bessere Referenz.
Auch die Oberflächengüte ist wichtig. Eine Oberfläche, die für normales Papier gut funktioniert, kann für eine sehr empfindliche Folie zu aggressiv sein. Umgekehrt kann eine übermäßig polierte oder verglaste Oberfläche nach längerer Nutzung ihr Kontaktverhalten verändern.